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Wenig Hoffnung für diese Welt

Mir schmeckt es, gefährlich zu leben. „Bad Lieutenant“ erzählt mehr von mir als die sich ewig wiederholene Ödnis der deutschen „Tatorte“. Wer ich bin, bleibt anonym. Doch eines kann ich sagen: Ich bin Drogenfahnder. Mein Revier ist die Bruchstraße. Ein hartes Pflaster ist auch der Bahnhof. Knöpfchen offen zum Pistolenhalfter, meist undercover, bin ich dort auf Spur der synthtischen Drogen, die gerade jeden hoffnungslosen Braunschweiger ins Delirium schießen. Von Mitleid keine Spur: Man verdient, was man bekommt. Die Geschichten der Junkies interessieren mich nicht. Bin kein Friseur, erzähl mir nichts. Ein Blick in die Augen genügt und ich kenne die Geschichte, immer dieselbe. Die Biographien der Stricher und Fixer ist stehts gleich: keine Familie, keine Freunde, keine Hoffnung auf besser Tage und der Gedanke an Flucht. Die Flucht in die wunderbare Welt der Drogen. Der Reflex zur Flucht ist ein Urinstinkt des Menschen, wer kann es ihnen also verdenken.

Nach Freierabend löse ich mich aus dem Sumpf, trete wie ein Jäger aus dem Wald, steig in mein Auto und düse in Richtung Heimat, mein Fels in der Brandung weit aushalb der Stadt. Die Stunden, die für das Pendeln draufgehen, nehme ich gern in Kauf. Schleicht man zu lange durch den Dschungel, verschlingt einen der Morast wie eine Riesenphyton, ohne Hoffnung auf Rettung. Zuviel Umgang mit Drogen ist wie Passivrauchen. Du bist high ohne die Nadel gelegt zu haben. Rettung bietet nur ein geordnetes Umfeld: Heimat.

7.11.12 21:07

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