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Junkies, ein neues Auto und meine Frau

Wie ich Drogenfahnder wurde? Einfach Sache. Auf der Polizeischule gab es damals nicht so viel Auswahl. Ich wollte gern in menschliche Abgründe schauen. Aber eben eher in die der Selbstzerstörung. Das Thema Sucht hat mich schon immer fasziniert. Meine Mutter hing an der Flasche, seit ich drei Jahre alt war. Wohl einer der Gründe dafür.

Das Problem an dem Job ist, dass du ihn annimmst, weil du die verquere Vorstellung hast etwas ändern zu können. Junkies von ihrem Trip zu holen - ihnen wieder Leben und Lebenswillen einzuhauchen. Was aber passiert wirklich? Nicht viel. Eine Menge Papierkram, ein paar fluchende Junkies, ein paar Stunden in der Zelle und ehe du dich umdrehst, hat er die Nadel schon wieder im Arm. Aber so ist das - machst du den Job erst einmal eine Weile, wirst Du ihn auch weiter machen. Es entwickelt sich ein Automatismus.

Habe vorhin mal hier bei ebay.de gesucht - die Beulen im Auto sind leider mehr geworden, wir brauchen wohl ein neues Auto. Mein Nachbar findet es nicht so prickelnd, dass ich unsere Karre auf seinem Rasen abstelle. Werd schon was finden. Mir machen die Beulen nicht viel aus, aber meine Frau schämt sich, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Sie tut mir leid, deswegen gucke ich nach einem anderen Auto. Sie macht sich Sorgen um so viele Dinge, die ich für völlig unwichtig halte. Sie dreht bei einigen Dingen sowas von durch, da beschäftige ich meine Gefühle nicht einmal eine Minute mit.
Das hat wohl was mit meinem Job zu tun. ich bin total abgebrüht, aber nicht stolz darauf. Abgestumpft zu sein, heißt oft auch, dass man auch die guten Dinge nicht mehr so würdigen kann wie früher.

28.11.12 13:25

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